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Garnisonskirche l Garnisionsstadt l Glockenspiel der Garnisonkirche l Gotische Bibliothek l Glienicker Brücke l Großer Refraktor l  Gerichtslaube

Garnisonskirche

Zu den Mythen des alten Potsdam gehört die Hof- und Garnisonkirche an der Breiten Straße. In der Nacht des 14. April 1945 entging sie zwar den Bomben, nicht aber dem um sich greifenden Feuer. Der Turm blieb bis auf drei Viertel seiner Höhe noch Jahre lang stehen – 1968 wurde er gesprengt. Gebaut unter dem „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., gehört sie zu den Hauptwerken des norddeutschen Barock. Ihr fast 90 Meter hoher Turm war ein prägender Teil der Stadtsilhouette. Ihr Inneres war äußerst spartanisch, typisch für ein Gotteshaus der reformierten Kirche. Im Lauf der Jahrzehnte sammelten sich allerdings Kriegstrophäen aus den jeweiligen Kriegen. So kam es, dass Fontane die Kirche als „Symbol des … Militärstaats Preußen“ bezeichnete. Genau diese Symbolik beschworen Hitler und Hindenburg, als sie am 21. März 1933 nach medienwirksamem Händedruck zur Eröffnung des Reichstages in die Kirche schritten – „Der Tag von Potsdam“. Entsprechend kontrovers sind heute die Debatten um den Wiederaufbau des Turms, für den die Mittel zum großen Teil vorhanden sind. Eine private Initiative hat Sponsoren gefunden, die übrigens bereits kurz nach der Wende auf der nahe gelegenen Plantage einen Nachbau des Glockenspiels der Garnisonkirche („Lobe den Herren“/ „Üb immer Treu und Redlichkeit“) installierten. Sie wollen einen originalgetreuen Nachbau. Die Pläne einer kirchlichen Arbeitsgruppe sehen dagegens einen veränderten Turmabschluss vor, der dem Charakter eines künftigen Begegnungszentrums entsprechen soll. Ein gemauerter Torbogen weist auf den Standort der Garnisonkirche hin. Gleich daneben lädt eine Ausstellung mit Überbleibseln zur Spurensuche ein.


 

Garnisionsstadt

Als der frischgebackene König Friedrich Wilhelm I. am 13. 7. 1713 mit seinen „Roten Grenadiers“ in Potsdam einzog, schlug die Geburtsstunde der Potsdamer Garnison. Weil er Unterkunft für seine „Langen Kerls“ und die vielen anderen Soldaten benötigte, sorgte der König für eine rasche Entwicklung der Stadt: Wohnungen, Handwerksbetriebe, Uniformschneider, eine Gewehrfabrik, eine Garnisonkirche, ein Militärwaisenhaus. Während der Regentschaft des „Soldatenkönigs“ versiebenfachte sich die Einwohnerzahl.
Unter den nachfolgenden Königen wurde Potsdam immer mehr zur „Pflanzschule der Preußischen Armee“. Es waren vor allem Garde-Regimenter, die hier angesielt wurden: unter anderem Garde-Husaren, Garde-Ulanen, und die Elite der Kavallerie, das Garde du Corps.

Die Potsdamer Regimenter waren am deutsch-französischen Krieg, am ersten und zweiten Weltkrieg beteiligt. Aus dem Infantrieregiment 9, das in der Tradition der königlichen Leibregimenter stand, kamen zahlreiche Männer des Widerstands gegen Hitler, u a. Hennig von Tresckow, der zum engsten Verschwörerkreis des 20. Juli 1944 gehörte und hingerichtet wurde.

Nach dem zweiten Weltkrieg war Potsdam Standort sowjetischer Truppen. Nach deren Abzug wurden eine ganze Reihe von Konversionsprojekten gestartet. Das bekannteste war die Umwandlung des Truppenübungsplatzes im Bornstedter Feld in das Gelände der BUGA 2001.


 

Glockenspiel der Garnisonkirche

Glockenspiel In der Bombennacht des 14. April 1945 erstarb mit „einem Seufzer“ das Glockenspiel der Garnisonkirche. Sie stand in der Breiten Straße, Ecke Dortustraße. Von der 1968 gesprengten und abgetragenen Garnisonkirche kündet in heutigen Tagen nur noch ein am Predigerwitwenhaus angebrachtes Portalgitter und seit dem 14. April 1991 auf der Plantage eine Nachbildung des Glockenspiels der Garnisonkirche. Hierbei handelt es sich um eine Schenkung der Iserlohner Traditionsgemeinschaft „Potsdamer Glockenspiel e.V.“. Diese Replika besteht aus 40 Glocken, deren größte 1900 Kilogramm wiegt und einen Durchmesser von 1,5 Metern aufweist. Das Carillon kann sowohl manuell als auch automatisch gespielt werden. Obwohl alte Potsdamer sagen, das neue Glockenspiel Klänge etwas schriller als das Original, erklingt traditionsgemäß zu jeder vollen Stunde die Melodie „Lobe den Herrn“ und zu jeder halben Stunde das Lied „Üb immer Treu und Redlichkeit“.


 

Gotische Bibliothek

bibiliothek Friedrich Wilhelm II. ließ die Gotische Bibliothek am Eingang zum Park nach einem Entwurf von Carl Gotthard Langhans 1792-1794 erbauen. Das zweistöckige Gebäude ist auch im Innern in gotischem Stil gehalten. Das untere Stockwerk beherbergte französische, das obere deutsche Literatur, beides zu gleichen Teilen. Die Geheimbibliothek des Königs jedoch befand sich nicht hier, sondern auf der anderen Seite des Heiligen Sees, im Marmorpalais. Die Gotische Bibliothek ist ein Turmpavillon aus Sandstein.


 

Glienicker Brücke

Die Glienicker Brücke verbindet über die Havel hinweg die Städte Berlin (Ortsteil Wannsee des Bezirks Steglitz-Zehlendorf) und Potsdam, Stadtteil Berliner Vorstadt. Ihren Namen verdankt die Glienicker Brücke dem in der Nähe gelegenen ehemaligen Gut Klein Glienicke, an dessen Stelle heute das Schloss Glienicke liegt. Weltweit bekannt wurde die Glienicker Brücke durch den spektakulär inszenierten dritten und letzten Agentenaustausch am 11. Februar 1986.


 

Großer Refraktor

1877 nahm das erste astrophysikalische Observatorium der Welt auf dem Telegrafenberg seine wissenschaftliche Arbeit auf. Unter den drei Kuppelpavillons des Institutsgebäudes verbargen sich die Geräte zur Sternerkundung. Gut 20 Jahre später erhielt das Institut ein Riesenfernrohr von 12,5 Metern Brennweite – das damals eines der größten der Welt. Dafür musste ein eigenes Gebäude errichtet werden, das noch heute imposanteste im Wissenschaftspark „Albert Einstein“. Beeindruckend ist aber nicht allein die Größe, sondern auch die technische Perfektion des Kuppelapparates. Die 200 t schwere Kuppel konnte per Hand bewegt werden!


 

Gerichtslaube

Im Zusammenhang mit dem Bau des Roten Rathauses in Berlin wurde die mittelalterliche Gerichtslaube abgerissen und im Park Babelsberg neu errichtet. Am südwestlichen Pfeiler hockt ein steinerner Vogel mit Menschengesicht und Eselsohren – der „Kaak“, Sinnbild des Schimpfes und Spotts.